Schwere Gegner, klare Ziele: Selb stellt die Weichen für die heiße Saisonphase
Drei Spiele in fünf Tagen stehen für die Selber Wölfe an. Auch wenn sich tabellarisch für die Porzellanstädter nur noch theoretisch etwas verändern kann, geht das Wolfsrudel voll fokussiert in die verbleibenden Hauptrundenpartien. Für die Gegner geht es noch um viel: Stuttgart und Peiting kämpfen noch um die Playoff-Teilnahme, die insolventen Heilbronner werden in Selb letztmals mit dem Stammkader antreten.
Formkurve
Einem Sieg über Erding ließen die Selber Wölfe am vergangenen Wochenende eine Niederlage bei den Tölzer Löwen folgen. Dennoch war Headcoach Felix Schütz überwiegend zufrieden mit den Leistungen seines Wolfsrudels. Denn erneut war das Trainerteam der Porzellanstädter zum Improvisieren gezwungen: Kapitän Richard Gelke laborierte weiter an einer Handverletzung, am Sonntag fehlte kurzfristig auch noch Lois Spitzner. Max Klughardt unterstützte zweimal erfolgreich den Kooperationspartner Amberg im Kampf um den Klassenerhalt und fünf weitere Stammkräfte fehlen bereits seit längerem. Durch die zahlreichen Ausfälle eröffnet sich aber auch immer wieder die Chance für die Nachwuchskräfte, sich zu zeigen. So hat sich der erst 17-jährige Felix Bauer am vergangenen Sonntag für seine durchgehend guten Leistungen in dieser Saison mit seinem ersten Profi-Tor belohnt. Rein rechnerisch könnten die Selber Wölfe den dritten Platz zwar noch erreichen, realistisch ist dies aber, mit 14 Punkten Rückstand auf die Tölzer Löwen bei sechs verbleibenden Spielen, nicht mehr. Auf Rang fünf können die Wölfe definitiv nicht mehr abrutschen. So geht es für das Rudel nun darum, sich auf die Playoffs einzustellen und noch etwas Finetuning zu betreiben, wie auch Wölfe-Stürmer Fabjon Kuqi bestätigt: „Der Sieg in Erding war wichtig für uns. Da sind wir unserer Favoritenrolle gerecht geworden und haben offensiv gute Lösungen gefunden. Trotzdem darf man solche Spiele nicht zu locker angehen. In Tölz haben wir dann gesehen, wie eng es gegen Top-Teams ist. Da haben Kleinigkeiten den Unterschied gemacht – Chancenverwertung, Zweikämpfe, Scheibenmanagement. Das sind genau die Punkte, an denen wir jetzt mit Blick auf die Playoffs arbeiten müssen.“
Die Gegner
Der EC Peiting benötigt noch jeden Punkt im Kampf um die Playoffs. Zum einen hat das Team von Headcoach Lanny Gare, der kürzlich seinen Vertrag im „Gallischen Dorf“ verlängert hat, noch rechnerische Chancen auf die direkte Playoff-Qualifikation, zum anderen muss man aber auch noch aufpassen, im eng zusammenliegenden Tabellenmittelfeld nicht noch aus den Pre-Playoff-Rängen zu rutschen. Die Peitinger werden deshalb mit absolutem Siegeswillen in die Partie gehen, um den Porzellanstädtern möglichst viele Punkte abzuluchsen. Die Bilanz im aktuellen Kalenderjahr fällt gemischt aus. Im Januar standen fünf Siege und sechs Niederlagen zu Buche, im Februar konnte man zwei Siege einfahren, musste aber am vergangenen Sonntag eine klare Niederlage gegen den EV Füssen einstecken. Verzichten muss Lanny Gare am Freitag auf jeden Fall auf seinen gesperrten Stürmer Lukas Gohlke.
Eine echte Wundertüte ist mit den insolventen Heilbronner Falken am Sonntag zu Gast in der NETZSCH Arena. Noch ist vollkommen unklar, mit welchem Kader die Unterländer antreten werden, haben doch zuletzt einige Spieler ihre Blessuren und Krankheiten auskuriert. Darüber hinaus hat der Insolvenzverwalter allen Spielern die Freigabe erteilt, sich zum Ende der Wechselfrist (Sonntag) einem neuen Klub anzuschließen. Wobei es zuletzt hieß, dass die wechselwilligen Akteure sich erst nach der Sonntagspartie in alle Himmelsrichtungen zerstreuen werden. Allerdings muss man den Falken auch großen Respekt zollen, dass sie sich zuletzt nicht haben abschießen lassen, sondern in den vergangenen beiden Spielen gegen Bayreuth und Höchstadt jeweils nach regulärer Spielzeit die Oberhand behalten haben.
Am Faschingsdienstag treten die Selber Wölfe dann bei den Stuttgart Rebels, für die es aktuell primär darum geht, die Teilnahme an den Pre-Playoffs zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man sich kürzlich vom Headcoach getrennt. Eine Maßnahme, die zumindest kurzfristig Wirkung gezeigt hat. Denn die Rebels haben, seit der Tscheche nicht mehr in der Verantwortung steht, alle vier Partien gewonnen.
Statistik
10,9 Strafminuten ziehen die Selber Wölfe durchschnittlich pro Spiel. In der Fairplay-Wertung belegen sie damit Rang acht. Heilbronn rangiert hier mit einem Schnitt von 9,5 auf Platz vier. Peiting reiht sich mit 10,2 Strafminuten pro Spiel auf Rang sechs zwischen Heilbronn und Selb ein. Die Stuttgart Rebels sind mit 12 Strafminuten pro Spiel Vorletzter in der Fairplay-Wertung. Schlechter stehen nur die Bayreuth Tigers da. Die „bösen Buben“ der vier Teams sind Selbs Richard Gelke 2,7 Minuten pro Spiel, Peitings Lukas Gohlke mit 2,0, Stuttgarts Jayden Lammel mit 1,9 und Heilbronns Spencer Berry mit 1,3 Strafminuten pro Spiel.
Fabjon Kuqi blickt voraus
Obwohl für die Selber Wölfe nur noch theoretische Chancen für eine tabellarische Verbesserung bestehen, wird es dem Rudel in den verbleibenden Hauptrundenspielen nicht an Motivation fehlen. Warum das so ist, erklärt Fabjon Kuqi: „Die Tabelle ist relativ klar. Aber als Sportler willst du jedes Spiel gewinnen. Wir nutzen die Zeit, um unser Level hochzuhalten und Details zu verbessern. Wenn du jetzt nachlässt, bekommst du in den Playoffs Probleme.“ Auch eine Einschätzung zu den kommenden Gegnern konnten wir dem 24-jährigen Stürmer entlocken: „In Peiting wird es sicher kein schönes Spiel, sondern eher ein Kampfspiel. Da geht´s viel über Einsatz und Wille. Wir müssen bereit sein, das anzunehmen und von Beginn an wach sein. Wenn wir das bringen, was wir können, sind wir gut darauf vorbereitet. Mit Blick auf die Situation in Heilbronn kann ich sagen, dass es für uns entscheidend ist, dass wir unser System spielen. Egal in welcher Konstellation der Gegner kommt – wenn wir unser Niveau bringen, sind wir schwer zu schlagen. Aber dafür brauchen wir volle Konzentration.“
Lineup
Eric Doronin (Saisonaus), Daniel Weiß und Lois Spitzner fallen weiterhin aus. Daniel Ulrich, Patrick Klöpper und Jonas Körber arbeiten weiter an ihrem Comeback. Kapitän Richard Gelke ist hingegen wieder einsatzfähig.
Tickets/Einlass/Liveübertragung
Für das Heimspiel gegen die Heilbronner Falken (Sonntag um 18:30 Uhr) gibt es Tickets im Vorverkauf online (https://selberwoelfe.reservix.de/events), bei IT-Solutions Lauterbach in Sparneck, im Ticketshop der Frankenpost, bei EDEKA Egert in Selb am Vorwerk sowie an der Abendkasse. Die Pforten der NETZSCH Arena sowie die Abendkassen öffnen eine Stunde vor Spielbeginn um 17:30 Uhr. Der Early-Entry für die Saisonkarteninhaber startet um 17:15 Uhr.
Alle Partien werden zudem live über Sprade TV (https://sprade.tv/de/teams/7/selber-woelfe) sowie die Auswärtsspiele am Freitag aus Peiting (Spielbeginn um 19:30 Uhr) sowie am Dienstag in Stuttgart (Spielbeginn um 20 Uhr) in Auszügen in der Radio Euroherz Eiszeit übertragen.
Bei der Übertragung des Heimspiels am Sonntag wird Jonas Körber bei Sprade TV zu Gast sein.
Foto: Mario Wiedel