Selb trifft auf Erding und Bad Tölz – Mannschaft will nach punktlosem Wochenende Selbstvertrauen für die Playoffs tanken
Nach zwei ertraglosen Auftritten am vergangenen Wochenende wollen die Selber Wölfe wieder angreifen. Gegen die Erding Gladiators und die formstarken Tölzer Löwen wartet ein sportlich wie mental wichtiges Wochenende. Die Motivation im Rudel ist groß – auch, weil man gegen beide Gegner noch etwas gutzumachen hat.
Formkurve
Null Punkte hieß die Bilanz aus den beiden Spielen am vergangenen Wochenende für die Selber Wölfe. Zunächst kassierte man eine Niederlage mit einigen Nebengeräuschen beim Spitzenreiter Deggendorfer SC. Wobei man aber auch sagen muss, dass der Sieg für die Niederbayern zwar in Ordnung ging, aber durchaus zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen war. Maximilian Gläßls Fazit lautete folgendermaßen:
„Es war ein hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften haben alles gegeben. Am Ende hat uns – glaube ich – das nicht gegebene Tor schon wehgetan. Das hätte für unser Spiel noch einmal einen anderen Impuls gegeben. So war das eine bittere Pille, dass wir am Ende hier so klar verloren haben.“
Am Sonntag beim Heimspiel gegen die Lindau Islanders hingegen schien den Wölfen der letzte Siegeswille gefehlt zu haben, wie auch Wölfe-Youngster Felix Bauer direkt nach dem Spiel bestätigte:
„Unsere Pässe kamen teilweise nicht zu 100 Prozent an, wir waren nicht konzentriert genug, es hat an den Kleinigkeiten, zum Beispiel beim Abschluss gemangelt. Zudem haben wir dumme Strafzeiten gezogen und dadurch einen entscheidenden Nachteil im Spiel.“
Die Bilanz des Topscorers Chris Schutz für beide Spiele fällt auch selbstkritisch aus:
„Wir waren zu unbeständig und hatten leider nicht so viel Offensivkraft, wie wir uns gewünscht hätten.“
Die Gegner
Die Erding Gladiators bezahlen in ihrer ersten Oberligasaison nach dem Wiederaufstieg weiter Lehrgeld und bilden das Tabellenschlusslicht. Am letzten Wochenende setzte es Niederlagen gegen Höchstadt und Füssen, in der Vorwoche gewann man allerdings gegen Bayreuth und Riessersee. Dass mit den Oberbayern stets zu rechnen ist, zeigen auch die bisherigen Vergleiche der Selber Wölfe gegen die Gladiators: Ihr Heimspiel gewannen die Porzellanstädter klar, in den beiden Auswärtsspielen ließ das Rudel vier Punkte liegen.
Die Tölzer Löwen sind so etwas wie der Angstgegner der Selber Wölfe. Alle drei Spiele gegen die Kurstädter gingen nach regulärer Spielzeit verloren. Zudem schwimmt die Mannschaft des sympathischen Headcoachs Axel Kammerer aktuell auf einer Erfolgswelle: 22 Punkte aus den letzten acht Spielen sprechen eine eindeutige Sprache. Mittlerweile trennen elf Punkte die Löwen (Platz 3) und die Selber Wölfe (Platz 4). Ein Blick aufs Tableau und die bisherigen Ergebnisse sollte also Motivation genug sein für die Porzellanstädter.
Statistik
Während man unter den Top 10 der Scorerwertung mit Topi Piipponen (87 Punkte), Ludwig Nirschl (78 Punkte) und Michael Keränen (73 Punkte in nur 38 Spielen) gleich drei Spieler aus Tölz findet, muss man weit nach unten scrollen, um auf Platz 58 mit Grady Hobbs (35 Punkte) auf den ersten Erdinger zu stoßen. Vier Wölfe haben mehr Punkte gesammelt als der Topscorer der Gladiators. Insgesamt hat Erding bislang ligaweit mit 115 Treffern die wenigsten Tore erzielt. Tölz kommt in dieser Statistik auf 199 Treffer (Rang 3) und Selb auf 161 (Rang 5) geschossene Tore.
Chris Schutz blickt voraus
Wölfe-Stürmer Chris Schutz teilt die Meinung seines Mannschaftskapitäns Richard Gelke, dass man die verbleibenden Hauptrundenspiele nutzen muss, um so langsam in den Playoff-Modus zu kommen:
„Die Playoffs sind immer sehr aufregend und genau dafür spielen wir. Man kann in den Playoffs nicht einfach den Schalter umlegen und hoffen, dass man sein bestes Eishockey spielt. Deshalb müssen wir uns jetzt, da die reguläre Saison zu Ende geht, auf die Playoffs einstimmen.“
Besondere Motivation für die beiden Spiele am Wochenende ziehen die Selber Wölfe aus der Tatsache, dass beide Teams in dieser Saison nicht zu den Lieblingsgegnern gehören und dass man gegen Tölz noch keinen einzigen Punkt geholt hat – wie uns Chris Schutz verrät:
„Jedes Team hat sein eigenes System und seine eigene Identität. Bisher konnten wir uns gegen Tölz nicht durchsetzen, aber wir gehen in jedes Spiel mit dem Ziel, unser Bestes zu geben. Und ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen können. Die Antwort lautet ja, man möchte in der regulären Saison nie alle Spiele gegen eine Mannschaft verlieren. Daher gibt es uns natürlich einen zusätzlichen Schub, sie zu schlagen.“
Lineup
Eric Doronin (Saisonaus) und Daniel Weiß (4 bis 6 Wochen Pause) fallen weiterhin aus. Daniel Ulrich, Patrick Klöpper und Jonas Körber arbeiten weiter an ihrem Comeback. Hinter den Einsätzen von Richard Gelke sowie Marcel Tabert (Unterkörperverletzung) stehen noch Fragezeichen.
Tickets/Einlass/Liveübertragung
Für das Heimspiel gegen die Erding Gladiators (Freitag um 20 Uhr) gibt es Tickets im Vorverkauf online (https://selberwoelfe.reservix.de/events), bei IT-Solutions Lauterbach in Sparneck, im Ticketshop der Frankenpost, bei EDEKA Egert in Selb am Vorwerk sowie an der Abendkasse. Die Pforten der NETZSCH Arena sowie die Abendkassen öffnen eine Stunde vor Spielbeginn um 19 Uhr. Der Early-Entry für die Saisonkarteninhaber startet um 18:45 Uhr.
Alle Partien werden zudem live über Sprade TV (https://sprade.tv/de/teams/7/selber-woelfe) sowie das Auswärtsspiel am Sonntag aus Bad Tölz (Spielbeginn um 18 Uhr) in Auszügen in der Radio Euroherz Eiszeit übertragen.
Bei der Übertragung des Heimspiels am Freitag wird Jonas Körber als Studiogast im Sprade TV Studio zu Gast sein.
Foto: Mario Wiedel