Emotionales Wochenende: Wölfe wollen nach dem Trainerwechsel sportlich und moralisch Zeichen setzen
Nach turbulenten Tagen und dem Trainerwechsel wollen die Selber Wölfe am Derby-Wochenende sportlich zurück in die Spur finden. Gegen Bayreuth und Passau wartet dabei nicht nur harte Konkurrenz, sondern mit dem Blaulichtspieltag auch ein besonderer emotionaler Höhepunkt in der NETZSCH Arena.
Formkurve
Die Selber Wölfe haben turbulente Tage hinter sich. Dies hatte jedoch nichts mit dem Höhepunkt der Faschingszeit zu tun. Vielmehr stellten die Verantwortlichen am vergangenen Samstag nach der Niederlage beim EC Peiting Headcoach Felix Schütz mit sofortiger Wirkung frei. Neuer Chef an der Bande ist der bisherige Assistenztrainer Josef Huber. Er wird weiterhin von Markus Weinzierl unterstützt. Man drehte zwar schon an ein paar Stellschrauben, aufgrund der Kürze der Zeit griffen die Rädchen im Zusammenspiel aber noch nicht zu 100 Prozent, sodass das Wolfsrudel sich auch im Heimspiel gegen die Heilbronner Falken mit 1:2 geschlagen geben musste. Am Dienstag in Stuttgart sah das dann bis auf eine kurze Schwächephase im Schlussabschnitt und ein paar individuelle Fehler schon viel besser aus. Und so gewannen die Wölfe ihr erstes Spiel nach dem Ende der Ära Schütz mit 7:5.
„Niemand ist mit diesen Spielen und den dort gezeigten Leistungen zufrieden. Deshalb gilt es diese einfach abzuhaken und nach vorne zu schauen“,
bewertet Wölfe-Verteidiger Moritz Raab die vergangenen Partien.
Die Gegner
Das Sportliche rückte am vergangenen Samstag rund um die Onesto Tigers Bayreuth in den Hintergrund: Der Hauptsponsor, Investor und geschäftsführende Gesellschafter verkündete seinen Rückzug. Damit ist auch verbunden, dass keine Lizenz für die kommende Oberligasaison beantragt wird. Es sieht aktuell also danach aus, als wenn Bayreuth als Eishockeystandort im Profibereich für die kommenden Jahre erst einmal auf der Landkarte verschwindet. Nicht betroffen vom Rückzug ist der Stammverein EHC Bayreuth. Darüber hinaus ließ man zuletzt auch noch Kapitän Sam Verelst ziehen. Ein herber Einschnitt für die Wagnerstädter, denen nach der schweren Verletzung von Alex Barber (Karriereende) sowieso schon ein wichtiger Leistungsträger weggebrochen war. Dennoch gewannen die Tigers, die weiterhin um die direkte Playoff-Qualifikation kämpfen, ihr letztes Spiel gegen die Höchstadt Alligators.
Auch die EHF Passau Black Hawks benötigen noch jeden Punkt, um sich zumindest in den Pre-Playoff-Rängen zu halten. Denn gerade einmal drei Punkte hinter den Black Hawks lauert der SC Riessersee auf einen Ausrutscher. Die letzten drei Spiele gingen für die Drei-Flüsse-Städter – gegen zugegebenermaßen schwere Gegner – allesamt verloren. Die Passauer, die seit Mitte Januar wieder auf ihren schwedischen Importspieler Buster Larsson zurückgreifen können, stehen am Wochenende also unter Zugzwang.
Statistik
Mit den Bayreuth Tigers, die durchschnittlich 14,2 Strafminuten pro Spiel ziehen, den EHF Passau Black Hawks (12,2 Strafminuten pro Spiel) und den Selber Wölfen (durchschnittlich 11,9 Strafminuten) treffen am Wochenende die drei unfairsten Teams aufeinander. Passau belegt zudem mit einer Erfolgsquote von nur 70,7 Prozent den letzten Platz im Penaltykilling. Bayreuth kommt hier auf Rang 9 (76,2 Prozent) und die Selber Wölfe belegen in dieser Disziplin Platz 4 mit einer Erfolgsquote von 78,5 Prozent.
Moritz Raab blickt voraus
„Abgesehen davon, dass es ein Derby ist und Derbys im Allgemeinen immer eine gewisse Härte mit sich bringen, brauchen sowohl Bayreuth als auch Passau gerade die Punkte, weil sie noch um die Playoffs spielen. Deswegen denke ich, man kann sich darauf einstellen, dass wirklich motivierte Gegner kommen und das harte Spiele für uns werden“,
stellt sich Moritz Raab auf packende und hart umkämpfte Partien gegen Bayreuth und Passau ein.
Lineup
Eric Doronin (Saisonaus) und Daniel Weiß fallen weiterhin aus. Philip Rubin muss am Freitag noch eine Sperre aus der Partie vom Sonntag absitzen und darf am Sonntag wieder eingreifen. Daniel Ulrich, Patrick Klöpper und Jonas Körber arbeiten weiter an ihrem Comeback.
Blaulichtspieltag
Dass der Einladung der Selber Wölfe über 1.000 Mitglieder der verschiedenen Blaulichtorganisationen aus der Region folgen und das Heimspiel gegen die Passau Black Hawks live in der NETZSCH Arena mitverfolgen werden, freut auch Moritz Raab:
„Ehrenamtliches Engagement ist für unsere Gesellschaft enorm wichtig. Ohne die vielen Menschen, die ihre Zeit und Energie freiwillig einbringen, würden zentrale Bereiche unseres Lebens einfach nicht funktionieren. Sei es im Katstrophenschutz, Rettungsdienst, im Sport oder der Jugendarbeit. Deshalb gilt es für uns einfach an diesem Wochenende, diesen Menschen danke zu sagen. Und ich hoffe, dass das unser Verein und unser Team wirklich gut rüberbringen wird.“
Tickets/Einlass/Liveübertragung
Für das Heimspiel gegen die EHF Passau Black Hawks (Sonntag um 18:30 Uhr) gibt es Tickets im Vorverkauf online (https://selberwoelfe.reservix.de/events), bei IT-Solutions Lauterbach in Sparneck, im Ticketshop der Frankenpost, bei EDEKA Egert in Selb am Vorwerk sowie an der Abendkasse. Die Pforten der NETZSCH Arena sowie die Abendkassen öffnen eineinhalb Stunden vor Spielbeginn um 17 Uhr. Der Early-Entry für die Saisonkarteninhaber startet um 16:45 Uhr.
Alle Partien werden zudem live über Sprade TV (https://sprade.tv/de/teams/7/selber-woelfe) sowie das Auswärtsspiel am Freitag aus Bayreuth (Spielbeginn um 20 Uhr) in Auszügen in der Radio Euroherz Eiszeit übertragen.
Foto: Mario Wiedel